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Philosophie der Religion (1) – Der Christ als Risikospieler

Praktizierende Christen zählen gewiss nicht zum Personenkreis, den man typischerweise im Spielcasino oder auf der Pferderennbahn antrifft. Dabei teilen sie eine wesentliche Eigenschaft mit den Liebhabern dieser Orte: Sie sind Risikospieler. Die inhaltlich-logische Struktur des christlichen Weltbildes ist so beschaffen, dass dieses Weltbild entweder kompletter Unsinn oder komplett wirklichkeitsentsprechend ist. Hier gibt es kein dazwischen, so wenig wie man nur ein bisschen von den Toten auferstehen kann.
Der gläubige Christ setzt alles auf eine Karte. Er setzt darauf, dass das Weltbild ausgerechnet derjenigen Kultur, in der er lebt, und ausgerechnet derjenigen Zeit(Epoche), in der er geboren, das Richtige ist. Pech, wer im Kongo oder in der Mongolei geboren wurde.
Der Christ, der alles auf eine Karte setzt, hat ein Gesamtpaket gebucht: Philosophie, Lebenssinn, Ethik/Moral, Geschichtstheorie – das komplette Programm.
Wahrhaft waghalsig erscheint es mir jedoch, das gesamte Weltbild auf ein GLAUBENS-System zu stützen.
Leider wird das Riskante des christlichen Glaubens kaum thematisiert. Ein Christ wird sich von diesen Zeilen womöglich gar nicht angesprochen fühlen, da er sein Glaubenssystem selbst gar nicht als riskant empfindet.
Er/Sie vertraut in Gott.
Doch selbst, wenn man die Existenz des christlichen Gottes einmal voraussetzt (zugesteht): Von Vertrauen lässt sich nur dort sinnvoll sprechen, wo auch die Möglichkeit des Entäuscht werdens besteht.  Doch welches Ereignis würde der Christ als Entäuschtwerden wahrnehmen?
Wo steht  hinter der so genannten „Offenheit”, – ein Attribut, das jeder gerne für sich in Anspruch nimmt! -, die Bereitschaft, auch nur die Möglichkeit des falsifizierenden Ereignisses (oder der falsifizierenden Information) in Betracht zu ziehen?

Fortsetzung folgt 
  D.B.

 

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  1. TOM
    Wrzesień 25, 2010 o 9:01 am

    Ich sehe allenfalls ein christliches „Restrisiko”. Längst ist das Christentum als Zivilreligion Muster unserer Kultur und kommt sehr gut ohne den Schöpfer aus. Auch die Kontingenzreduktion funktioniert ohne Gott hervorragend.

  2. TOM
    Wrzesień 25, 2010 o 9:04 am

    Außerdem sind die religiösen Praktiken des Christentums und die damit verbundenen vermeintlich „säkularen” Vorstellungen sehr stark in unsere Kultur eingeschrieben. (Wer Arbeit will, findet auch welche, Von nichts kommt nichts usw.) Daran würde auch de Nachweis der Nichtexistenz Gottes nichts ändern.

  3. Wrzesień 25, 2010 o 4:48 pm

    Hallo Daniel,
    ich halte es beim Glauben mit dem, was der österr. Schauspieler und Liedermacher Ludwig Hirsch einst in einem Interview sagte. Er glaube an den Himmel, denn dort kriege man eine Wolke und singe zum Klang der Harfe; in der Hölle hingegen sei es heiß und staubig und deshalb WOLLE er, Hirsch – nicht an sie glauben.

    Mit diesem Glauben-WOLLEN ist das Wesentliche gesagt: Glauben muss seine Funktion im Hier und Jetzt erfüllen, und Glauben muss seine Funktion erfüllen unabhängig davon, ob die Dinge – oder Götter – an die man glaubt, wirklich existieren oder nicht. Insofern besteht beim Glauben, entgegen deiner Einschätzung, in Wahrheit gar KEIN Risiko.

    Es besteht deshalb, kein Risiko, weil ich ja glaubend weiß, dass ich mich betrüge. Und weil ich es trotzdem tue, weil es mir so Spaß macht und ich es will. Ich gebe allerdings zu, dass die meisten Gläubigen kein so offenes Verhältnis zum Glauben haben wie ich.

    Für Leute, die ähnlich denken wie ich, noch ein ein Gedicht eines anderen Österreichers, nämlich Peter Rosegger, mit dessen aufgeklärter und ihrer selbst bewusster Frömmigkeit – ich mich gut verstehe:

    „Meine Lust ist leben
    Gute Nacht, ihr Freunde, ach wie lebt’ ich gern!
    Dass die Welt so schön ist, dankt’ ich Gott dem Herrn.
    Dass die Welt so schön ist, tut mir bitter weh,
    Wenn ich schlafen geh’!

    Ach, wie möcht’ ich einmal noch von Bergeshöh’n
    Meine süße Heimat sonnbeleuchtet seh’n!
    Und den Herrn umarmen in des Himmels Näh’,
    Eh’ ich schlafen geh’.

    Wie man abends Kinder ernst zu Bette ruft,
    Führt der Herr mich schweigend in die dunkle Gruft.
    Meine Lust ist leben, doch sein Will’ gescheh’,
    Dass ich schlafen geh’.”
    (Peter Rosegger)

    Liebe Grüße
    philohof

  1. Październik 9, 2010 o 12:33 pm

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